Kissamos-Gramvoussa


Mit Ausgangspunkt Chania bewegen wir uns westwärts in Richtung Kissamos, entlang der Küste. Es handelt sich um eine Kleinstadt, die in den gleichnamigen Golf hineingebaut ist, an der Stelle des antiken Kissamos, des Hafens des benachbarten Polyrrinia. Sie erstreckt sich entlang einer fantastischen Küste mit feinem Sand, am Rand eines sattgrünen Tals mit Olivenhainen und Weinbergen.

Die erhalten gebliebenen Ruinen stammen überwiegend aus der römischen Periode, als die Stadt eine große Glanzzeit erlebte.

Während der Dauer der Venezianerherrschaft wurde sie befestigt mit einem Fort, einem Kastell, von dem sie den Namen Kastelli erhielt. Das Fort wurde von Barbarossa zerstört und 1646 von den Türken eingenommen. Die heute noch erhaltenen Ruinen sind Erweiterungen und Umbauten seiner letzten Eroberer. Von Kissamos aus besteht eine regelmäßige Schiffsverbindung nach Gytheio und Kythira.

In einem Abstand von 7 Kilometern südwärts befinden sich die Überreste der antiken Stadt Polyrrinia. Sie war errichtet auf einem natürlichen Befestigungshügel, in geringem Abstand von der gleichnamigen heutigen Siedlung. Sie war eine wichtige Stadt des antiken Westkretas mit einer mächtigen Akropolis und war, wie die Ausgrabungen offenlegen, bewohnt von der archaischen bis zur römischen Epoche. Sie wurde erneut besiedelt im 10. Jahrhundert. Sie hatte ein beeindruckendes Aquädukt, von dem bis in unsere Tage noch Überreste erhalten geblieben sind.

Westlich von Kissamos entfernt sich die Straße von der Küste und biegt ab nach Süden in Richtung Zerviana, Gramvousa und Platanos (10 Kilometer von Kissamos). Außerhalb des letzten Dorfs biegt ein Weg nach rechts ab – halb Asphalt, halb Schotterweg – der in Richtung des antiken Falasarna nach Norden (5,5 Kilometer von Platanos), an die Nordwestküste von Kreta führt. Während der Antike war die Stadt ein wichtiges Handels- und Schiffahrtszentrum, erbaut an einer natürlich befestigten Stelle, und diente als Hafen des benachbarten Polyrrinia.

Der Strand von Falasarna ist einer der schönsten Kretas mit feinem Sand und hübschen kleinen Buchten.

Richtung Norden erstreckt sich die öde Halbinsel, die im Kap Vouza endet. Gegenüber des Kaps befindet sich die unbewohnte Insel „Wilde Gramvousa“, und weiter südlich die „Zahme Gramvousa“ oder einfach Gramvousa. Die Venezianer hatten auf der „Zahmen Gramvousa“ auf einem steilen Felsen eine Festung gebaut, das die aufständischen Kreter 1825 einnahmen, wo sie sich niederließen und von wo aus sie überraschende Sturmangriffe gegen die Türken unternahmen.

Gramvousa war das erste freie Stück kretischen Lands. 1828 fiel es in die Hände der Engländer und Franzosen.